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Geschichte
des
Königlich Sächsischen Infanterie-Regimentes
"Prinz Maximilian"  bis 1815

Historie
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24. Juni 1644

Belagerung der von den Schweden besetzten Stadt Chemnitz durch 2.000 Mann Kurfürstlich- Sächsischer Truppen unter Kurfürst Johann Georg I. (1611-1656), mit 12 Belagerungsgerschützen.
Bei der vier Wochen andauernden Kanonade wurden 1.529 Kanonenkugeln in die Stadt geschossen.
Nach der Befreiung der Stadt von den Schweden, erhält die Stadt Chemnitz eine ständige Besatzung von 117 Mann.

Stadtübergabe

September 1644

Die bestehende Besatzung wird um 2 Compagnien Volkes zu Fuß sowie 25 Berittene verstärkt.
Dabei lebten die Soldaten inmitten der Einwohnerschaft der Stadt in zivilen Quartieren, da eigentliche Garnisionen oder gar Kasernen erst mit und nach der Errichtung eines stehenden Heeres entstanden.

2. Februar 1668

Unter Kurfürst Johann Georg II. (1656 - 1680) erhält Chemnitz eine der neu aufgestellten Musquetier - Compagnien (70 - 100 Mann) unter Befehl des Oberst - Wachtmeister von Schweinitz.

Kurfürst Johann Georg II. war ein großer Freund des Artilleriewesens, der Feuerwerkerkunst und der Festungsbaukunst. Er ließ die bisher durch Tradition überlieferten und als Dienstgeheimnis behandelten Lehren der Artilleriekunst erstmalig zu Papier bringen und veröffentlichte sie am 6. November 1674 unter dem Namen einer "Artillerie - Ordnung".

Oktober - November 1680

Kurfürst Johann Georg III. (1680 - 1691), wegen seines kriegerischen Geistes der "sächsische Mars" genannt, macht Schluss mit Prunk und ausländischen Höflingen am sächsischen Hof und entlässt die kostspieligen Gardetruppen seines Vaters.

Außerdem erhält Oberst Graf Ullrich v. Promnitz (1636 - 1695), der im Jahre 1681 zum General - Wachtmeister befördert wurde, im gleichen Jahr den Befehl die Formierung der Armee (stehenden Heer) auszuführen.

Mit Beginn des Jahres 1682 entfaltete sich in Kursachsen eine für damalige Zeit außerordentlich erscheinende militärische Tätigkeit nach allen Richtungen hin.
Im Juli 1682 wird anbefohlen, dass die Infanterie in die schrift- und amtssässigen Städte, die Kavallerie aber in die adeligen Städte und Dörfer in Quartiere zu liegen kommen solle.
Damit wurden offiziell die ersten echten Garnisionen gegründet.

Im Laufe des Monats Oktober konnte die Neuformierung der Armee erfolgreich abgeschlossen werden.
Damit enthält der Etat der sächsischen Armee
  • 6 Infanterieregimenter zu je 8 Kompanien (gesamt: 7157 Mann) plus einer Leibtrabanten - Garde (65 Mann)
  • 5 Kavallerieregimenter und einer Abteilung Leibgarde - Trabanten zu Ross (gesamt: 3222 Pferde)
  • Artillerie mit 24 Geschützen und 64 anderen Fahrzeugen (gesamt: 142 Mann)
  • Die Ingenieurs bildeten damals noch kein für sich bestehendes, eigentliches Korps. Man rechnete sie zur Artillerie.

» Das war die Geburtsstunde der sächsischen Armee! «

1702

Der Ursprung des Regiments liegt bei dem unter August dem Starken neu gegründeten und in Chemnitz aufgestellten Regiment mit dem Namen seines Befehlshabers
- Großkanzler "Graf Beichling".
Da dieser kurz darauf aus sächsischen Diensten entlassen wurde,
übernahm Graf v. Wackerbarth (Oberstmarschall v. Biberstein war Kommandant) das Regiment.
Graf Beichling war unterdessen verstorben.

Uniformabbildung

1764

Das Regiment erhält seinen Namen "Prinz Maximilian", welcher mit kurzen Unterbrechungen bis 1867 geführt wurde.
Hier prägte sich der im Volksmund entstandene Name "die Mehlsäcke".
Weiße Hosen, weiße Gamaschen, weißer Rock mit gelben Aufschlägen, schwarze Patronentasche an weißem Bandolier, weißes Koppel mit der Halterung für den Pallasch der Musketiere oder den Säbel der Grenadiere und eine rote Kragenbinde, braun- weißer Kalbsfell- Tornister, Trinkflasche im Weißblechbehälter, Infanteriemuskete mit Bajonett, der Dreispitz, später dann Zweispitz mit weißem Rand und für die Grenadiere die Bärenfellmütze, bildeten im wesentlichen die Ausrüstung.

1794

Mit der Revolution in Frankreich steht das 1.Bataillon in der Pfalz, ohne an den Kampfhandlungen teilzunehmen.



Uniformen 1806 Maxer 1806 Uniformen 1806


1806

Napoleon marschiert gegen Preußen und das mit ihnen verbündete Sachsen.
Die sächs. und preuß. Truppen werden zwischen Werra und Saale zusammengezogen. Unter den vorgeschobenen Abteilungen des Grafen Tauenzien (preuß. General) befanden sich das Regiment "Prinz Maximilian" und seine beiden Grenadierkompanien unter dem Befehl von Oberstleutnant aus dem Winkel.

14.10.1806

Niederlage in der "Schlacht von Jena- Auerstedt"- festgeschlossen stand die letzte fechtende Truppe, das "Grenadierbataillon aus dem Winkel", welches von französischen Reitermassen attakiert wurde.
Noch heute erinnert ein Gedenkstein in dem Dorf Vierzehnheiligen an dieses heldenhafte Bataillon.



Schlacht bei Jena

Verwundete

Das Bataillon aus dem Winkel im Kampf

Rückführung von Verwundeten

 

1807

Sachsen ist durch Beitritt des sächsischen Churfürsten Friedrich August III. zum Rheinbund ab sofort Verbündeter Napoleons- dieser macht Friedrich August zum König von Sachsen.
Dafür muß Sachsen ein Kontingent von 20 000 Mann für Napoleons Armee stellen.

Das 2.Bataillon steht mit Frankreich gegen Preußen und Russland in der Belagerung von Danzig

06.07. 1808

Siegreiche Schlacht bei Wagram in Östreich.



König von Sachsen Wagram
König
Friedrich August I.
von Sachsen
Wagram


1812

Beginn des Russlandfeldzuges- von den beiden Grenadierkompanien kehren 50 Mann zurück.

02.04.1813

Verlust der Fahne bei Lüneburg, Musketiere wurden fast gänzlich aufgerieben. Ein großer Teil der Gefangenen des Regimentes "Prinz Maximilian" bildete später die Russisch- Deutsche- Legion.

sächs. Jäger
1813

Im Sommer dieses Jahres existiert noch ein Bataillon ("von Spiegel") ,
im Herbst 1813 - Schlacht in Großbeeren, Regiment in Luckau geschlagen.

 

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"Grenadierbataillon von Spiegel" focht mit Auszeichnung bei Großbeeren, Dennewitz und Wartenburg.

1814/15

Der Stamm der Truppe ging nach der Völkerschlacht bei Leipzig, bei der der Stern Napoleons unterging, in das 2. Linieninfanterie-Regiment über und marschierte nach Frankreich, um Napoleon den Todesstoß zu versetzen.

1816

Wieder unter dem Namen "Prinz Maximilian"als Besatzungstruppe in Frankreich.



Uniformen

Danach erfolgte die Heimkehr in die Heimat.



Anmerkung:  Der Regimentsmarsch unseres Regimentes wurde erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt.
Unter den Salutschüssen unserer Grenadiere, war die Uraufführung dieses Marsches 1996 der Höhepunkt eines internationalen Orchestertreffens in Chemnitz.

Musik:  "Der Prinz Maximilian- Marsch"

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